Zwei Wow-Weine aus Italien – über Montemajor und Montedidio

Wein aus Italien erinnert an den Blick aufs Meer, an Zypressenhaine und Zitronenbäume, an das miteinander Lachen und das genussvolle Leben. Bei jedem Schluck spürt man das Gefühl von la dolce vita – und das sollte am besten aromatisch, samtig und voller Harmonie schmecken.

Meine Weinkiste voller italienischer Weine aus Kampanien und Apulien

Zwei Weine, die ich bei Italien-Sehnsucht empfehlen kann, stammen aus den Regionen Kampanien und Apulien.

Apuliens rote Seele: Der Fletris Appassimento Primitivo IGT 2017 von Montemajor

Apulien erstreckt sich von San Severo über Bari entlang der östlichen Küste des Stiefels. Sonnenverwöhnt und von der Meeresbrise geküsst ist diese Region nicht nur ideal für Entspannung im Liegestuhl am Strand, sondern auch für kräftige, aromatische Weine. Einer davon ist der Fletris Appassimento Primitivo aus dem Kellern des Weinguts Montemajor. Der italienische Winzer Mario Ercolino hat sein Können und Gespür genutzt, um einen außergewöhnlichen Wein zu kreieren. Das Besondere: Der Wein entsteht mithilfe des Appassimento-Verfahrens, also durch das Trocknen der Beeren am Rebstock. Die Trauben verlieren dabei Wasser, konzentrieren aber Säure, Zucker und Aromen. Je länger das Trocknen dauert, desto mehr rosinieren die Beeren, werden also zu kleinen Rosinen am Rebstock.

Der Fletris Appassimento Primiti IGT 2017 von Montemajor

So funktioniert das Appassimento-Verfahren:

Wein aus angetrockneten Trauben war schon in der Antike bekannt. Die alten Griechen und Römer drehten die Früchte am Rebstock leicht ein, so dass die Saftzufuhr unterbrochen wurde und die Beeren zu Rosinen schrumpften. Dies erhöhte die Zuckerkonzentration in der Frucht und ermöglichte wohlschmeckende Weine mit hohem Alkoholgehalt und langer Haltbarkeit, die folglich auch über große Entfernungen gehandelt werden konnten. […] Das Rosinieren der Trauben direkt am Rebstock wird bis heute angewandt, insbesondere im warmen und trockenen Süden. Doch schon im feuchteren, häufig nebeligen Norden Italiens funktioniert das weniger gut, so dass man sich alternative Methoden einfallen ließ: Trauben der besten Qualität (unverletzt und nicht von Fäulnis oder Schimmel befallen) werden nach der Ernte in gut belüfteten Scheunen, Lagerräumen, auf Dachböden oder in Speichern auf oder an Gestellen, Schilfmatten oder Stroh getrocknet, um Süße und Aromen zu konzentrieren. In zwei bis vier Monaten verlieren sie rund ein Drittel, manchmal auch die Hälfte ihres Gewichtes. Es verdunstet vor allem Wasser, während Säure, Zucker und Extraktstoffe erhalten bleiben. Durch aufwändiges Drehen, Umschichten, Aussortieren (schlechter Beeren) und Belüften (mittels Ventilatoren) wird Fäulnis verhindert. Je länger und sorgfältiger das „Welken“ der Früchte (Appassimento) betrieben wird, desto stärker kann die Konzentration der maßgeblichen Inhaltsstoffe ausfallen.

Quelle: www.belvini.de

Volle Aroma-Kraft voraus landet der Wein dann zur Reifung im Holzfass. Naja, eigentlich in zwei Fässer, denn dieser Primitivo wurde nach dem Double-Oak-Verfahren behandelt. Das bedeutet, die ersten Monate seiner Reifezeit hat er im gebrauchten Eichenfass verbracht, den letzten Schliff hat er dann im neuen Holzfass erhalten. So viel Aufwand schmeckt man – und wie!

Rubinrote Farbe, weiche Tannine, volles Aroma

Der Wein leuchtet rubinrot im Glas und duftet intensiv. Die rauchigen Holzfassnoten sind unverkennbar genauso wie Aromen von Dörrpflaumen, Pfeffer und roten Beeren. Man mag die Nase gar nicht mehr aus den Glas heben so intensiv riecht der Wein. Doch wie siehts auf der Zunge aus?

Was auffällt: Der Wein ist sehr samtig und weich – eine runde Sache eben. Da kratzt nichts im Hals und die Aromen bleiben sehr lange auf Zunge und am Gaumen. Es wechseln sich würzige, rauchige Aromen ab mit Beerenaromen, Rosine, Kirsche und Noten von geräuchertem Schinken und herben Tanninen. Ein tolles, extrem spannendes Zusammenspiel, das sich da im Mund ereignet. Die aufwändigen Verfahren, das italienische Terroir und das perfekte Klima Apuliens machen diesen Wein zu einem Genusserlebnis. Ich bin begeistert!

Minze, Mandel, Montedidio: Der Evolution Falanghina Beneventano IGT 2018

Der Evolution Falanghina Beneventano IGT 2018 von Montedidio

Weiter geht’s mit der weißen Wucht aus Kampanien: Der Evolution Falanghina Beneventano aus dem Hause Montedidio ist ein Meisterwerk. Nicht nur, weil der in Italien sehr berühmte Winzer Mario Ercolino auch hier seine Weinmacher-Hände im Spiel hatte, sondern weil der Wein mit einem außergewöhnlichem Aromazusammenspiel überrascht. Bevor es dem Wein aber an den Flaschenhals geht, möchte ich einen Blick auf das Etikett werfen. Auch wenn ich kein „Ich kauf nach Etikett“-Typ bin, das Label eines Weines spielt beim Weingenuss auch eine Rolle. Die goldschimmernden Schmetterlinge flattern genauso leise, dafür in Scharen um die Flasche wie das Bukett des Weines um die Nase: fruchtig, frisch und vielschichtig sind die Aromen, die in der Nase kitzeln. Noten von Mandel, Marzipan und gelben, reifen Früchten treffen auf kühle Minze und frisch-herbe Limette.

Goldgelb schimmert der Wein im Glas

Der Wein wurde aus der autochthonen Rebsorte Falanghina gekeltert. Sie ist typisch für Kampanien und typisch für die Weinphilosophie von Mario Ercolino. Der ist nämlich sehr traditionsbewusst und liebt sein Land, die Leute und die Geschichte Italiens. Deswegen hat er auch die Falanghina-Traube in sein Winzerherz geschlossen und diesen hervorragenden Weißwein produziert. Wie der Wein schon ankündigt, geht es um eine Evolution: Die passiert vor allem im Mund. Zunächst treffen die kräftigen Fruchtaromen auf den Gaumen: Limette, Aprikose, Ananas. Dann macht sich der Wein allmählich breit im Mund und fühlt sich sehr cremig und weich an, fast schon sirupartig. Aromen von Nuss, Honig, Marzipan und Karamell vermischen sich mit den frischen Frucht- und Minzaromen. Frisch und cremig zugleich – der Evolution Falanghina Beneventano zeigt wie’s geht! Mit 12,5% Vol. ein durchaus kraftvoller Geselle beim italienischen Gelage, dennoch bleibt er knackig und frisch.

Fazit

Beide Weine haben mich überrascht und absolut überzeugt. Der weiße Evolution Falanghina ist ein Highlight am Weinhimmel wegen seines außergewöhnlichen Aromazusammenspiels. Minze und Karamell, Mandel und Limette – das passt! Dieser Wein eignet sich als Speisebegleiter zu Pasta mit viel Käse, zu Saltimbocca und Fischgerichten mit dicken Soßen. Aber auch solo macht er eine gute Figur im Glas.

Der rote Fletris Appassimento Primitivo ist ein Schmuckstück von Wein. Nicht nur die beiden aufwändigen Verfahren des Rosinierens und die Reifung in zwei Holzfässern machen ihn zu einem besonderen Wein. Es sind vor allem die intensiven Aromen in Nase und Mund, die einem la dolce vita so spürbar ins Glas zaubern. Ein rundum runder, weicher, samtiger Wein mit raffinierter Holzfassaromatik und dem perfekten Zusammenspiel von Frucht und Rauch. Ein tanninbetonter Wein, der prima zu kräftigen Speisen passt. Absolut servierenswert in großer Runde und zauberhaft im Soloauftritt.

Beide Weine sowie viele weitere aus den Kellern Montemajor und Montedidio sind aktuell noch bis Ende Oktober zum Schnäppchenpreis bei Belvini erhältlich. Also zuschlagen, bevor Flasche leer 😉 Alle Angebote und Infos zu den Weinen findet ihr auf www.belvini.de

Werbung (geschickter Wein von Belvini/unbezahlt/unbeauftragt)

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