Mit „Luft und Liebe“: Weißburgunder vom Weingut Nägelsförst

von Fräulein Rebe
Weißburgunder Luft&Liebe

Wie muss Weißburgunder schmecken? Fruchtig nach Aprikose, Apfel und Melone, leicht nussig, cremig und frisch. Säure darf nicht fehlen, oben drauf ein Hauch Mineralik, salzige Noten und eine Prise Röstaromen gehören genauso dazu. Na dann! Wie wär’s mit dem „Luft und Liebe“ vom Weingut Nägelsförst?

750 Jahre Weingeschichte

Das Weingut Nägelsförst bei Baden-Baden gehört zu den ältesten Weingütern in Deutschland. Den Anfang seiner bereits über 750 Jahre dauernden Geschichte schrieben die Zisterzienserinnen des heutigen Klosters Lichthenau. Sie pflanzten die ersten Pinot Noir Rebstöcke auf dem Klosterbergfelsen, eine der bis heute besten Lagen des Weinguts. Als stiller Zeitzeuge der letzten Jahrhunderte – vom dreißigjährigen Krieg bis zum Mauerfall – ist das Weingut seiner Tradition treu geblieben. Die klösterliche Kontemplation, Gelassenheit und Naturverbundenheit sind Werte, die jetzt vielleicht gefragter sind als zu Beginn des 13. Jahrhunderts.

Deshalb bleibt Weinsache bei Nägelsförst auch Frauensache: was die Zisterzienserinnen vor 750 Jahren begonnen haben, das führen Annette Bähr und Danjela Panser heute fort. Als Kellermeisterinnen im Weingut haben die beiden ihre Reben fest im Griff, und auch Önologe und Betriebsleiter Steffen Röll freut sich über so viel Frauenpower zwischen den Weinfässern.

v.l.: Annette Bähr (1. Kellermeisterin), Danjela Panser (2. Kellermeisterin) und Steffen Röll (Önologe und Betriebsleiter)

Mit Hang zur Bodenständigkeit

Blick auf das Weingut Nägelsförst bei Baden-Baden (Bildrechte: Weingut Nägelsförst)

Neben dem fachlichen Know-How des Teams kommt die Beschaffenheit der Lagen hinzu, die die Weine erst zu spannenden Genussmomenten werden lassen. Da hat das Weingut Nägelsförst die besten Voraussetzungen: 80% der 33ha Rebflächen sind vergleichbar mit einer „Grand Cru“- oder „Premier Cru“-Lage (oder in Deutschland mit einem „Großen Gewächs).

Eine dieser Lagen trägt den Namen „Stich den Buben“ und ist Teil des Büchelbergs. Geschützt von den dicht bewachsenen Schwarzwaldbergen auf der einen Seite, tanken die Reben auf der anderen Seite Sonne und warme Luft. Mit bis zu 50% Neigung speichern die Böden die Wärme gut und lange, während kalte Luft schnell ins Tal hinabsinkt. Die exponierte Lage sorgt so ganzjährig für volle Sonneneinstrahlung – und zwar für bis 200% mehr Energienutzung als im Vergleich zur Flachlage. Optimal also für aromastarke Weiß- und Rotweine. Hinzu kommen die verschiedenen Gesteine, die im Boden vermischt sind. Zwischen den tiefgründigen lehmig-sandigen Grundgebirgsböden finden sich auch Tonschiefer, Tonsteinen, Vulkangestein und kleinen Steinkohleflözen – perfekt für feine Mineralik im Wein.

Übrigens: der Name „Stich den Buben“ geht auf Hans Stichdenbuben zurück. Als Chefkoch des Markgrafen Karl I. erhielt Hans 1474 von seinem Herrn die Reblage zum Lehen: er sollte auf 12 Steckhaufen (=30ar) Wein anbauen und nicht nur dem Markgrafen damit große Trinkfreude bereiten.


Mit Luft und Liebe zum Spitzenwein

Das Ergebnis dieser außergewöhnlich guten Bodenbeschaffenheit und dem technischen Können von Annette, Danjela und Steffen findet man beispielsweie im Weißburgunder „Luft und Liebe“. Als Lagenwein gehört er zu den Spitzenweinen des Weinguts. Mit 13,5% vol. Alkohol, einem Restzuckergehalt von 3g/Liter und einem Säuregehalt von knapp 7g/Liter bekommt man einen körperreichen, trockenen und frischen Weißburgunder ins Glas. Der Wein reift mit weinbergseigenen Hefen in Holzfässern und bleibt anschließend mindestens ein halbes Jahr auf der Hefe (èlevage sur lie). Diese Gelassenheit und Ruhe zahlen sich aus: In der Nase tänzeln schon Aromen von Aprikose, Melone und Nüssen. Am Gaumen gehts weiter: der Weißburgunder schmeckt frisch, knackig und gleichzeitig sehr cremig und ausgewogen. Fruchtige Aromen von Aprikose, Apfel und Melone gehen Hand in Hand mit Noten von Mandel, feinen Röstaromen und Vanille. Einen langen Abgang gibt’s obendrauf.

Fazit

Mir hat der Wein solo sehr gut geschmeckt. Ich kann ihn mir aber auch gut zu gegrilltem Fisch oder Geflügel vorstellen. Die Säure macht den Wein frisch und knackig, mineralische Noten runden ihn ab und die Fruchtaromen vor allem von Aprikose und Melone passen prima zu den dezenten würzigen Noten. Insgesamt bekommt man hier einen aromastarken Wein, der den unauffälligen Charakter der Weißburgunder-Traube versteht. Keine Wuchtbrumme, aber ein ausgewogener und komplexer Wein ohne allzu spitze Kanten.

Produktplatzierung

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