Über die Rotwein-Cuvée 2016 „Die Gefährten“/“Dorothea Renata“ vom Fürstlich Castell’schen Domänenamt

Die Gräfin bittet zu Glas: Mit der Weinserie „Die Gefährten“ huldigt das Fürstlich Catell’sche Domänenamt den Grandes Dames der eigenen Dynastie. Mit Gräfin Dorothea Renata stellt das Weingut den einzigen Roten unter den insgesamt vier Weinen der Linie vor.

Dem Betrachter ihres Portraits schenkt Gräfin Dorothea Renata einen festen Blick. Dass es ihr gut ging in ihrem Barockschloss in der Grafschaft Castell Ende des 17. Jahrhunderts zeigen dicke Perlen um den Hals, opulenter Federschmuck im Haar und das schwere rote Samtkleid. Als eine von vier herausragenden Damen des Hauses Castell ziert sie heute das Etikett der nach ihr benannten Rotwein-Cuvée aus Spätburgunder und Merlot. Bekannt für ihre Charakterstärke war Dorothea Renata die erste Regentin, die die Grafschaft Castell führte.

Die Idee der Weinline und auch die Gestaltung der Etiketten haben meine Aufmerksamkeit beim Weinhändler gewonnen. Da das Etikett aber für mich kein Kaufgrund ist, hat mich allein das Lächeln der Gräfin noch nicht überzeugt. Also schnell den Schrauber aufgedreht und losprobiert:

Dorothea Renata ist nur eine der insgesamt vier Gefährtinnen

Charakterstärke wie sie die Gräfin bewies zeigt der nach ihr benannte Rotwein nur in Maßen. Mit einem Alkoholgehalt von 13,5 Prozent zählt er sicherlich zu den mittelkräftigen Vertretern, im Mund ist von Protz und Stärke allerdings nicht mehr viel zu spüren: die Tannine sind sehr weich und rund, Ecken und Kanten fehlen. Die Gräfin kommt eher schüchtern und unauffällig daher – sowohl in der Nase, als auch im Mund. Vor allem fruchtige Aromen von Kirsche, Brombeere und Erdbeere kitzeln die Nase. Im Mund verhält sich der Wein unaufgeregt: Kirsche und rote Beeren sind neben einem Hauch Schokolade die deutlichsten Aromen, die es sich aber auch nicht allzu lange am Gaumen gemütlich machen. Insgesamt wirkt der Wein fast leicht, unkompliziert, süffig, ausgewogen.

Wer außer Dorothea Renata auch die übrigen drei Ladies aus dem Hause Castell kennenlernen will, hier ein Überblick:

  • Gräfin Sophia Juliana: Silvaner, trocken
  • Gräfin Amalia: Riesling, trocken
  • Fürstin Marie-Louise: Cuvée aus Grau- und Weißburgunder, trocken

Fazit

Die Gräfin eckt nicht an, hinterlässt einen angenehmen Eindruck, aber keinen eindrucksvollen. So viel Opulenz und Stärke wie sie auf dem Portrait verkörpert bringt sie aber nicht ins Glas. Dafür macht sie sich als unkomplizierte Gefährtin sehr gut als Essensbegleiterin zu Fleisch- und Grillgerichten – und auch solo funktioniert die Cuveé gut.

Infos gibt’s unter: www.die-gefaehrten.com

Werbung (Markennennung, unbezahlt und unbeauftragt)

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