Den eigenen Geschmack entdecken – mit dem Porer Kit vom Weingut Lageder

von Fräulein Rebe
Porer-Kit vom Weingut Lageder

Clemens Lageder zerlegt mit dem „Blend your own PORER“ Kit seinen Porer Pinot Grigio in seine Einzelteile. Neugierige Weintrinker probieren sich durch diese drei Komponenten und stellen am Ende der Reise ihren eigenen Wein zusammen.

Clemens Lageder hat sich dem biodynamischen Weinbau verschrieben. Zwischen seinen Rebstöcken düngen und pflügen unter anderen Ochsen den Boden, Bienen summen und brummen in den Blüten und Sträuchern. Natur ganzheitlich zu verstehen und als Lebensraum zu pflegen sieht er in seiner Verantwortung. Der Südtiroler Winzer führt mit seiner Familie das Weingut mit rund 55 Hektar eigener Anbaufläche im Südtiroler Margreid, dem südlichsten Teil der Region. Seine Weinberge liegen mitten in den Dolomiten – auf 250 Metern über dem Meeresspiegel bis hinaus zu 1.300 Metern. Vielfalt ist in dieser Region also Natursache.

Herausforderung: Klimawandel

Was Clemens besonders beschäftigt: Der Klimawandel. Schon sein Vater hat sich vor rund 40 Jahren mit den Auswirkungen klimatischer Veränderung auf den Kreislauf der Natur auseinandergesetzt. Die Natur ist Ort des Schaffens für die Familie Lageder. Deswegen gilt es sie zu pflegen und zu schützen und nicht, sie zu verändern. Steigende Temperaturen und sinkende Regenmengen wirken sich auf diesen kleinteiligen Kreislauf aus. Konkret: Die Weine erreichen nicht mehr die Frische – und wie Clemens gerne sagt: die Knackigkeit – wie vor einigen Jahren. Die Trauben reifen zu schnell, haben einen hohen Zuckergehalt bei der Lese. Es entstehen träge, aufgeblasene Weine, die langweilen. Alkoholischer Einheitsbrei zum Trinken eben. Doch wie kommt man zu dieser Knackigkeit im Wein?

Wie die Frische in den Wein kommt

Aus Clemens‘ Sicht gibt es mehrere Möglichkeiten, auf den Klimawandel zu reagieren:

  • Hoch hinaus: Je höher die Lage, desto kälter die Temperaturen. Also hoch hinauf? Denkbar, machbar, und teilweise vertretbar; denn die Bestockung hochgelegener Flächen ist zwar durchaus eine machbare Option, aber immer noch ein Eingriff in die Natur. „Klar, weiter oben findet man kühlere Temperaturen, aber muss alles mit Reben bepflanzt werden? Wir dürfen nicht vergessen, dass Weinberge auch Monokulturen sind“, sagt Clemens Lageder.
  • Neue Rebsorten: Rebsorten, die sich vor allem in sehr warmen Ländern wohlfühlen, könnten sich auch mit den klimatischen Bedingungen in Südtirol arrangieren. So entstehen im Hause Lageder Weine aus Viognier, einer Sorte, die vor allem in Frankreich und Kalifornien angebaut wird. Oder aus Tannat, eine Sorte die ebenfalls in Frankreich, aber auch in Südamerika verbreitet ist.
  • Kellerarbeit: Eine dritte Option ist die Arbeit im Weinkeller. Was die Natur aus den Trauben macht, das verfeinert der Kellermeister mit viel Know-How zur Perfektion. Vorteil: die teils über 50 bis 120 Jahre alten Reben werden weiterhin genutzt. „Natürlich ist die Ertragsmenge dann kleiner, aber die Qualität ist mega. Diese Reben wollen wir nicht einfach rausreißen“, erklärt Clemens. Deshalb konzentrieren sich Clemens und sein Team neben der Arbeit im Weinberg auch auf die Arbeit im Keller. Hier wird experimentiert und ausprobiert, was schmeckt.

Spiel mit den Komponenten

Weingut Alois Lageder in Südtirol
Die Büchse des Porer-Kits

Eine Kostprobe dieser Kellerarbeit hat Clemens Lageder in seinem Porer Pinot Grigio in die Flasche gebracht. Der Wein besteht eigentlich aus drei Weinen derselben Trauben. Diese drei Komponenten hat Clemens separat abgefüllt und im Porer-Kit als Erlebnisreise zum eigenen Geschmack zusammengestellt. Was er seinen Kunden bietet: ein Spiel mit den Komponenten. Ich durfte probieren.

Das Blend your own PORER Kit vom Weingut Lageder aus Südtirol ist edel verpackt
Das „Blend you own PORER“ Kit vom Weingut Lageder

Im Kit enthalten sind eine Flasche des Porer Pinot Grigio sowie drei Fläschchen zu je 120ml – die Komponenten des Porer Pinot Grigio. Im ersten Fläschchen befindet sich der sofort gepresste Wein, klassisch vinifiziert, spontan vergoren und im Holzfass auf Hefe ausgebaut. Bei der zweiten Komponente waren die Trauben 15 Stunden im Schalenkontakt bevor sie gepresst und anschließend ebenfalls spontan vergoren wurden. Die dritte Komponente besteht aus Wein, der 5- 8 Monate im Kontakt mit Schalen und Stiel im großen Holzfass verbracht hat. Die Komponenten sind unfiltrierte Fassproben.

Let’s blend – die Porer-Komponenten im Überblick

Zunächst hab ich jede Komponente einzeln probiert.

  1. Komponente: In der Nase wirkt der Wein intensiv fruchtig. Ich rieche sehr reifes Obst, Mandel, Birne, Apfel und Apfelmost. Im Mund schmecke ich vor allem Fallobst, Kräuter, salzig-mineralische Noten, Säure. Der Wein schmeckt ein bisschen wie Kräuterlimo ohne Kohlensäure.
  2. Komponente: Auch hier rieche ich reifes Obst, reife gelbe Birnen. Am Gaumen bemerke ich deutlich Aromen von Kräutern, Wiese, Salzigkeit. Die Frucht rückt in den Hintergrund und die Säure bleibt immer noch spürbar.
  3. Komponente: In der Nase dominieren altes Obst, Most, Birne. Ich schmecke einen sehr harmonischen Wein, die Aromen gehen ineinander über, die Säure ist milder, Gerbstoffe treten dafür deutlich hervor, Kräuteraromen sind da. Der Abgang ist sehr lange und der Wein legt sich ganz samtig auf die Zunge.
Grußkarte von Clemens Lageder aus Südtirol
Gruß von Clemens

Be creative!

Beim Ausprobieren begleitet mich Clemens zusammen mit seinem Önologen Jo virtuell. Im beiliegenden Booklet erklären mir die beiden als Comicfiguren, wie das Kit funktioniert. Und im Video lausche ich den beiden gespannt, was mich erwartet.

Porer Pinot Grigio von Weingut Alois Lageder
Im Video erklären Clemens und Jo, was den PORER Pinot Grigio ausmacht

Mir hat auf Anhiebt die zweite Komponente am besten geschmeckt. Die Säure war deutlich zu schmecken, aber nicht so intensiv wie in der ersten Komponente. Die Balance der Aromen von Obst und herben Kräutern sowie dieser gewissen Salzigkeit empfand ich als besonders spannend. Die dritte Komponente war mir zu fahl: ohne Säure kein Pfiff. Nach und nach hab ich die einzelnen Komponenten miteinander vermischt und beobachtet, wie sich der Wein verändert.

Das Booklet liegt dem Porer-Kit bei und erklärt, worum es geht

Und was ist am Ende rausgekommen?

Am Ende habe ich mich für folgendes „Mischverhältnis“ entschieden:

Die Zusammensetzung meines persönlichen Blended Porer Pinot Grigio

Entstanden ist ein säure- und gerbstoffbetonter Wein mit intensiven Aromen. Komponente 1 hat für den nötigen Pfiff gesorgt, das Kantige und die Frische. Die dritte Komponente ist wie ein Schmiergelpapier: sie hat dem Wein einen samtigen Schliff verpasst, das nötige Gewicht und Reife. Komponente 2 ist meine Basiskomponente für den Wein.

Mein persönlicher Porer Pinot Grigio
Mein Ergebnis in Farbe

Clemens‘ PORER Pinot Grigio setzt sich anders als meiner zusammen (wer hätt’s gedacht). Aber probiert doch selber – oder besser: vergleicht! Insgesamt empfand ich das Experiment als spannende Reise zu meinem eigenen Geschmack. Ich war unsicher, welche Komponenten ich wie am besten mische. Auch das hat mir vor Augen geführt, wieviel Präzision in der Weinherstellung liegt und wieviel Fingerspitzengefühl es für einen hervorragenden Wein braucht.

Jeder Jahrgang des Porer Pinot Grigio wird anders schmecken. „Das Schöne an der Natur ist, dass sie stets im Wandel ist. Auch das Klima ändert sich ständig: mal wärmer, mal kühler, mal nasser, mal trockener. Wir haben eine Idee von Porer und seiner Stilistik; wenn sich aber draußen die Natur ändert, müssen wir jedes Jahr anders darauf reagieren und versuchen mit den Komponenten zu spielen. Der Wein wird sicherlich anders schmecken, soll er auch. Die Stilistik bleibt aber – und die ist auf Frische ausgerichtet“, ergänzt Clemens.

Fazit

Die Philosophie von Clemens und seinem Team bei der Weinherstellung ist beeindruckend. In seinen Weinen bekommt Vielfalt einen Ausdruck. Mich haben die Komponenten und der Wein insgesamt fasziniert und mir ein besonderes Erlebnis bereitet. Ich habe nicht nur den Wein und sein Terroir kennengelernt, den Boden, das Klima, seine Stilistik, sondern vor allem den eigenen Geschmack. Also: klare Empfehlung für alle, die Wein wirklich verstehen wollen und Mut haben, sich dem eigenen Geschmack zu stellen.

Übrigens: wenn ihr mehr über Clemens und vor allem seine Philosophie von biodynamischen Weinbau erfahren wollt, horcht mal in den Winzer-Talk von Daniel Bayer.

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