Die 5 beliebtesten Rebsorten in Deutschland

von Fräulein Rebe
Riesling-Traube

Rund 140 Rebsorten wachsen auf deutschen Anbauflächen. Aber welche Sorten sind die Platzhirsche auf Deutschlands Weinbetrieben? Die beliebtesten Rebsorten in Deutschland im Überblick.

Deutschland ist ein Weißwein-Land: Knapp 67% der deutschen Anbauflächen (= ca. 68.000 Hektar) sind mit weißen Rebsorten bestockt. Der Rest gehört den roten Trauben. Über 100 Weißweinsorten fühlen sich in Deutschland wohl und werden zu Wein gekeltert. Zum Vergleich: Lediglich rund 35 Rotweinsorten eignen sich hierzulande zum Anbau.

Welche Rebsorten sind denn jetzt besonders beliebt und nehmen die größten Anbauflächen für sich ein? Hier die Top-5:

Platz 5: Grauburgunder

Der Grauburgunder ist eine weiße Rebsorte - trotz der dunklen Schale
Der Grauburgunder ist eine weiße Rebsorte – trotz der dunklen Schale (Bildrechte: Deutsches Weininsitut)

Auf Platz 5 der beliebtesten Rebsorten in Deutschland landet der Grauburgunder. Der Grauburgunder (manchmal auch Ruländer genannt) macht sich auf rund 6,5% der deutschen Anbaufläche breit. Besonders in den Anbaugebieten Baden und Rheinhessen baut man auf den Grauburgunder. Trotz der roten Schale ist der Grauburgunder eine weiße Sorte. Die Traube fühlt sich auf beinahe jedem Boden wohl, nur mit Lehmböden kann sie nicht so viel anfangen. Grauburgunder landet häufig als trockener, mittelkräftiger Weißwein in der Flasche, aber auch als Süßwein macht er sich gut. Sein Geschmacksprofil: mild, nussig und fruchtig mit Aromen von Birnen und Zitrus.

Platz 4: Dornfelder

Der Klassiker. Erfahrene Weintrinker rümpfen beim Dornfelder manchmal das Wein-Näschen: Rotwein aus Dornfelder ist solide – Finesse, komplexe Strukturen, aromatische Tiefe? Vielleicht nicht bei jedem Dornfelder… Nichtsdestotrotz: Die Dornfelder-Traube ist beliebt bei den Deutschen. Gut 7% der deutschen Anbaufläche gehören der Traube, aus der ein violetter bis schwarzroter Wein entsteht. Dornfelder ist robust und pflegeleicht, wenn die Traube auf dem passenden Boden wachsen darf. Sandige und steinige Lagen sind nicht ihr Ding. Genießen kann man Wein aus Dornfelder bereits nach kurzer Reifezeit; dann besticht er mit fruchtigen, beerigen und kirschigen Aromen. Teilweise wird Dornfelder auch im Holzfass ausgebaut. Dann entstehen gerbstoffbetonte, gehaltvolle Rotweine.

Platz 3: Spätburgunder

Nach Frankreich und den USA ist Deutschland der drittgrößte Spätburgunder-Produzent auf der Welt: Mehr als 11% der deutschen Anbaufläche gehen auf das Konto des Spätburgunders ( oder Pinot Noir, Schwarzburgunder oder Blauburgunder genannt). In Baden und der Pfalz fühlt sich die Traube besonders wohl. Das liegt an den sehr guten Lagen und klimatischen Bedingungen in diesen Regionen; denn der Spätburgunder braucht warme Temperaturen und lockere, fruchtbare Kalkböden. Insgesamt ist der Spätburgunder eine Diva: die Traube schreit nach Aufmerksamkeit und viel Pflege. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Aus Spätburgunder entstehen edle, leicht gerbstoffbetonte und fruchtige Weine mit milder Säure. Sie werden oft im Barrique ausgebaut.

Platz 2: Müller-Thurgau

Der Müller-Thurgau ist unkompliziert. Deswegen macht er sich auch auf fast 12% der deutschen Anbaufläche breit und nimmt zurecht Platz 2 in unserem Ranking ein. Müller-Thurgau (oder Rivaner genannt) eckt nicht an: die Weine, die aus dieser Traube entstehen, sind harmonisch und leicht zugänglich – eben die typischen easy drinking Weine. Weine für jeden Tag. Und zugegeben, ich kannte Müller-Thurgau lange Zeit nur aus der Silvester-Bowle. Aber der Müller-Thurgau erlebt gerade einen Aufschwung in der deutschen Wein-Szene, was sein Image angeht. Seine Aromen sind blumig und fruchtig, und erinnern an Muskatnuss, Kräuter, Birnen und grüne Äpfel. Die Weine sind meistens säuremild und halbtrocken ausgebaut, schmecken frisch und leicht.

Platz 1: Riesling – die beliebteste Rebsorte in Deutschland

Riesling ist die deutsche Vorzeige-Rebsorte. Fast ein Viertel der gesamten Anbaufläche in Deutschland ist mit Riesling bestockt.
Riesling ist die deutsche Vorzeige-Rebsorte. Fast ein Viertel der gesamten Anbaufläche in Deutschland ist mit Riesling bestockt. (Bildrechte: Deutsches Weininstitut)

Was für Frankreich der Chardonnay ist, ist für Deutschland der Riesling. Deutschlands Vorzeigetraube hat 2020 ihren 585. Geburtstag gefeiert. Rund 45% aller Rieslinge stammen aus Deutschland, wo die Rebsorte fast 24% der Anbaufläche für sich einnimmt. Ganz vorne mit dabei: Das Anbaugebiet Mosel. Auf den warmen, steinigen Steillagen wurzelt der Riesling besonders gerne. Typisch für Riesling-Weine: ihre Säure. Rieslinge sind meist feinfruchtig und sehr säurebetont. Das macht sie zu frischen, knackigen Weinen, die sich auch prima für die Sektherstellung eignen. Und auch als Süßweine machen sich die Riesling-Trauben hervorragend: Eisweine aus Riesling genießen einen guten Ruf und sind international sehr gefragt, denn das Zusammenspiel von Säure und Süße verwandelt diese Weine zu einem leckeren Geschmackserlebnis. Verdientermaßen landet die deutsche Allrounder-Riesling-Traube auf Platz 1 und führt das Ranking der beliebtesten Rebsorten in Deutschland mit Abstand an.

War Deine Liebslingsrebsorte im Ranking vertreten? Welche Sorten schmecken Dir besonders gut? Verrate es mir in den Kommentaren!

Übrigens: Die Bilder stammen aus dem Bildarchiv des Deutschen Weininsituts

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2 Kommentare

2 Kommentare

Ursina Blum 20. Mai 2020 - 14:14

Der Riesling gehört definitiv zu einer meiner lieblings Rebsort neben Syrah welche ich auch sehr gerne trinke.
Liebe Grüße Ursina

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Fräulein Rebe 20. Mai 2020 - 14:45

Hallo Ursina,

Danke für deinen Kommentar! Ja, Syrah mag ich auch sehr gerne – spannende Rebsorte, wenn man kräftige und tanninbetonte Rotweine mag.
Viele Grüße
Christina

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